GASTARBEIT
Im Juni 2010 reiste AKKU wieder nach Österreich.
Übergabe der Arbeitserlaubnis an die Gastarbeiter durch die Bürgermeisterin von Bad Traunstein am 19.6.2010.
Die Gastarbeiter waren vom 21.6. bis 25.6. in der Gemeinde Bad Traunstein tätig.
Auf Einladung des Viertelfestivals NÖ - Waldviertel 2010 , das in diesem Jahr unter dem Motto „Respekt!“ vom 08. Mai bis 08. August veranstaltet wurde, fragte AKKU mit dem Projekt „GASTARBEIT“ nach dem Verhältnis von Arbeit und ihrer angemessenen Würdigung.
www.viertelfestival-noe.at
www.traunstein.gv.at
GASTARBEIT
Respekt [der; lat.], Achtung, Ehrerbietung; Ehrfurcht, Scheu.
Fotos: Rolf K. Wegst
GASTARBEIT in Bad Traunstein
Für eine Arbeitswoche hat die deutsche Künstlergruppe AKKU – Arbeiten mit Alltag in Bad Traunstein im Waldviertel als GASTARBEITER ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Die GASTARBEITER verzichteten dabei auf jegliche monetäre Entlohnung und erbaten sich nur eines für ihre Arbeit: Respekt.
Mit ihrem AKKUmobil, das als Büro, Bauwagen und Kantine fungierte, reisten die GASTARBEITER an und platzierten dieses gut sichtbar im Herzen von Bad Traunstein: am Marktbrunnen. Dort konnten Bürger der Gemeinde die Dienste der Gastarbeiter buchen, dort wurde pausiert, musiziert und über Arbeitseinsätze und aktuelle Arbeitsorte informiert.
Nachdem zu Beginn der Arbeitswoche die Arbeitserlaubnis durch die Bürgermeisterin Angela Fichtinger überreicht wurde und damit alle Formalitäten abgehandelt waren, stand der GASTARBEIT nichts mehr im Wege.
Sie wurde rege in Anspruch genommen.
Zahlreiche notwendige, aber im Alltag verschleppte und liegen gebliebene Arbeiten wurden von AKKU ausgeführt, von den Auftraggebern abgenommen und mit einer Respektsbekundung honoriert.
Während des einwöchigen Arbeitseinsatzes sind die GASTARBEITER von den Traunsteinern wie Gäste behandelt worden. Schon das Anbieten der Arbeit geschah in respektvoller Haltung und die Neugier der fremden Arbeiter stieß auf die Neugier der Bewohner. Die Gastarbeiter wurden zu vertrauten Fremden, zu den „guten Geistern“ des Ortes, deren zum größten Teil öffentliches Agieren mit Verwunderung, Interesse und Wohlwollen verfolgt wurde.
GASTARBEIT hat für eine Woche in Bad Traunstein die Frage nach dem Wert, der Sinnhaftigkeit oder Absurdität der Arbeit gestellt und zahlreiche wertschätzende Antworten bekommen. So ist GASTARBEIT als „künstlerisches Gesellschaftsspiel“ trotz seines Eindringens in ein festes soziales Dorfgefüge nicht auf Ablehnung gestoßen. Im Gegenteil: die Alltagsintervention generierte viele außergewöhnlichen Situationen, die gute Begegnungen und Austausch ermöglichten, die weit über die ritualisierten Respektsbekundungen, die mit viel Liebe ausgeführt wurden, hinausging.
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01. Jan 1970 01:00